Thomas und Rotraut Knodel Kunsträume
Thomas und Rotraut  KnodelKunsträume 

„LEBEN GIBT’S NUR EINMAL EBEN“

Thomas und Rotraut Knodel singen

„Feinsinnige Lieder vom kleinen und großen Glück“

 

Die fünfte CD von Thomas und Rotraut Knodel mit dem Titel „Traue dem Leben“ ist ein kleines Gesamtkunstwerk geworden. Das schöne Booklet zeigt die beiden Illinger Liedermacher fröhlich und entspannt beim Kaffeetrinken an einem Bistrotisch. Man ahnt schon etwas davon, dass es auf ihrer neuen CD um die alltäglichen und großen Glücksmomente im Leben geht. Die abgedruckten Liedtexte werden durch kleine, verspielte Zeichnungen von Thomas Knodel gerahmt, der ja nicht nur Dichter, Komponist und Sänger seiner Songs ist, sondern auch gerne malt und zeichnet. Das bunte Schneckenhaus auf der CD selbst lädt da zu mancher Entdeckung ein ...

 

Auch musikalisch haben Rotraut und Thomas Knodel mit ihrem fünften Album „Traue dem Leben“ Neuland betreten: Aufgenommen und produziert von Marcus Zierle im Illinger Gospelgroove-Tonstudio waren daran verschiedene Musiker aus der Region beteiligt. Herausgekommen ist eine ganz vielseitige Sammlung von „feinsinnigen Liedern“: Neben klassischen Choralmelodien, die auf der Gitarre gespielt werden („In Sommertagen“, „Beim ersten Licht des Tages“), finden sich jazzige Rhythmen („Das Karussell“, „Vielleicht will es mir heut gelingen“), Songs im Stil eines Reinhard Mey („Radtour im Frühsommer“, „Kleine Freuden“), jamaikanische Anklänge („Man müsste mal wieder Quatsch machen“) und ruhig-melancholische Balladen („Mein Herz ist ein Schatz“, „Wohin soll ich mich wenden“, „Ich träumte von Levkojen“). Mal singt Thomas Knodel alleine, mal im Duett mit seiner Frau Rotraut, mal begleitet von einem Chor – letzterer nie dick aufgetragen, sondern wohltuend im Hintergrund. Wie überhaupt die ganze CD den richtigen Ton trifft. An keiner Stelle wirkt die Musik zu laut, Text und Melodie bleiben aufeinander bezogen und legen sich gegenseitig aus. „Feinsinnige Lieder“ eben, anspruchsvoll arrangiert. Ein musikalischer Hörgenuss!

 

Thomas und Rotraut Knodel wollen mit ihren Liedern Geschichten erzählen. Sie handeln vom Grundvertrauen ins Leben und schauen auf ein gutes Stück gemeinsamer Wegstrecke zurück. Es sind Lieder, die in der Mitte des Lebens entstanden sind. Sie sind getragen von einer heiteren Gelassenheit, lassen die Hörer aber auch etwas von der Kostbarkeit der geschenkten Zeit ahnen. Dankbar nehmen Rotraut und Thomas Knodel den Augenblick wahr, in dem das Glück immer wieder aufscheint. Momente gelingenden Lebens, die uns von Gott geschenkt werden, die wir dann aber auch ergreifen müssen, damit sie nicht verloren gehen.

 

Programmatisch dafür ist gleich das erste Lied auf der CD: „Habt ihr, liebe Zeitgenossen, heut schon eure Zeit genossen, habt ihr das denn heute schon getan?“ Mit diesem Wortspiel machen die Knodels auf die kleinen Dinge des Alltags aufmerksam, die unser Leben reicher machen: Das Frühstück im Garten, dem Nachbarn freundlich zuwinken, Fußballspielen mit den Kindern oder einfach nur Spaghetti kochen. Das mag dem einen oder der anderen zunächst harmlos und locker klingen, gewinnt dann aber an Tiefe, wenn es in einer Liedstrophe heißt: „Leben gibt’s nur einmal eben.“ Deshalb können sich Thomas und Rotraut Knodel einfach auch am Gesang einer Amsel in ihrem Garten freuen („Ich hab ´nen Vogel im Geäst“), eine Ausfahrt mit dem Fahrrad zusammen mit Freunden genießen („Radtour im Frühsommer“) oder im Sommerurlaub die Seele baumeln lassen („Ferien sind wunderbar“). Und zu Recht fragen die beiden Illinger Liedermacher in „Kleine Freuden“, was uns eigentlich daran hindert, einmal das zu tun, worauf wir Lust haben? Nicht hedonistisch, sondern um wieder zu uns selbst zu kommen. Hier spiegelt sich etwas vom aktuellen Lebensgefühl der mittleren Generation wider, die oft gnadenlos eingespannt ist in die Mühle von Beruf und Verantwortung.

„Vom kleinen und großen Glück“ wollen die feinsinnigen Lieder auf der CD „Traue dem Leben“ erzählen. Thomas und Rotraut Knodel wissen darum, dass Glück nicht erzwungen und festgehalten werden kann, sondern immer ein Geschenk und unverfügbar bleibt. Vielleicht schätzen wir die kleinen Glücksmomente im Alltag auch erst dann richtig, wenn wir schwierige oder dunkle Lebensphasen durchgemacht haben. So unbeschwert die Lieder der Knodels beim ersten Hören oft wirken, die Erinnerung an die Verletzlichkeit unseres Lebens schwingt in ihnen immer mit. Da wird die „Sonnwende“ zur Metapher für unsere eigene Vergänglichkeit, die es anzunehmen gilt. Und in „Vielleicht will es mir heut gelingen“ weisen Thomas und Rotraut Knodel darauf hin, dass wir dem „Rückenwind im Rücken“ und unseren kleinen Flügeln, die uns manchmal wachsen, vertrauen müssen, um wirklich Glück zu erfahren. Nur dann kann es gelingen, uns aus unseren Zwängen zu befreien („Man müsste mal wieder“) und danach zu fragen, was uns selbst gut tut. Oder wer hat noch nie darüber nachgedacht, was die Liedstrophe der Knodels sagt: „Mann könnte ja manchmal einfach was wagen, man müsste ja manchmal nicht alles ertragen, man könnte ja manchmal sich selber pflegen, mehr innen als außen, na meinetwegen“?!

 

Der Gedanke drängt sich freilich auf, ob es immer nur an der eigenen Halbherzigkeit liegt, dass wir so oft das Glück verpassen. Am fehlenden Mut, tatsächlich dem Leben zu vertrauen. Oder sind wir nicht oft genug einfach gefangen in Strukturen und Abhängigkeiten, die uns austrocknen und klein halten? Wie klänge wohl ein Protestsong aus der Feder von Thomas Knodel, der dies thematisiert? Immerhin: Im Lied „Ich träumte von Levkojen“ werden Blumen zu Bildern der Hoffnung auf ein Land, in dem Menschen einander heiter und gelassen, in Frieden und Gerechtigkeit begegnen. Dieser Gegenentwurf lässt ahnen, was das Leben in unserer Gesellschaft gelegentlich so bleischwer werden lässt.

 

Wohltuend unaufdringlich und doch sehr persönlich erzählen Thomas und Rotraut Knodel von ihren Glaubenserfahrungen mit dem Schöpfer, der diese Welt gut geschaffen hat und das Glück seiner Geschöpfe will. Dass Gott freilich auch dunkle Seiten hat und uns seine Wege oft nicht unmittelbar einsichtig sind, wird dabei nicht verschwiegen. Im Lied „Das Karussell“ geht es um die Frage, wo unsere Lebensreise hingeht? Es mündet in die Antwort, dass Gott uns liebevoll hält – komme, was da wolle. Ja, gerade in den Krisen des Lebens, öffnet der Glaube an Gott neu die Augen für die Wunder seiner Schöpfung und die vielen kleinen Glücksmomente im Alltag, singen die beiden Illinger Liedermacher gemeinsam in „Mein Herz ist ein Schatz“. Und das vielleicht eindringlichste Lied der CD „Wohin soll ich mich wenden“ stärkt ganz behutsam die Gewissheit, dass niemand von uns mehr aus Gottes Hand fallen kann. Hier wird kein „Wohlfühlgott“ besungen, sondern ein Gott, der mit seinen Menschen durch die Höhen und Tiefen des Lebens geht.

 

„Traue dem Leben – Feinsinnige Lieder vom kleinen und vom großen Glück“: Eine schön gestaltete, musikalisch interessante und sehr nachdenkenswerte CD von Thomas und Rotraut Knodel. Eine Zusammenstellung von Liedern, die einen immer wieder neue Aspekte des Lebens sehen lässt und uns einer Hoffnung vergewissert, die trägt.

 

Pfarrer Friedemann Glaser

 

"Aus Gottes guten Händen" 

gesungen von der Kinderkantorei Weinsberg unter der Leitung von KMD Gerhard Frisch 

Feinsinnige Lieder zur Gitarre  

"Traue dem Leben" Das aktuelle  Liederalbum von Thomas und Rotraut Knodel 

 

Kunsträume

Träume einfangen
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